Donnerstag, 29. Oktober 2015

Eine Magdeburger Bilderflut

Der Mann wollte mal nach Magdeburg. Ich war skeptisch. Nicht wegen Magdeburg, aber sollte es doch laut Wetterbericht zwar an diesem Sonntag sonnig, jedoch tatsächlich um die Hälfte (!) kälter werden als am Tag zuvor, wo es noch kuschelige 12-15 Grad draußen hatte. Der Mann wollte aber unbedingt raus. Naaaaa gut.

Morgens im Auto beim Losfahren hatten wir 2 Grad Außentemperatur! Wie schön.
Bei Ankunft waren es dann 6 Grad und Windböen mit 35 Stundenkilometer.
Auch nicht schlecht. :-/

Ich hatte einen Tipp von Fran beherzigt und trug Jeans, Pulli, Mantel, Schal plus Handschuhe. Die ebenfalls empfohlene Mütze hab' ich mal weggelassen - da ich kein Mützentyp bin, ziehe sie nur im Notfall auf, zum Beispiel HIER

Der Mann hatte zwar 'ne Kappe auf dem Kopf, aber trug nur seine "Übergangsjacke" (welche ein Mann an sich ja gemäß Mario Barth gar nicht besitzt - da heißt es nur "Jacke an oder Jacke aus" :) ) plus Turnschuhe und fror prompt. Ich verkniff mir mein "Hab' ich doch gesagt!" mitnichten.

Kein sehr heimeliger Empfang ...




Erster Eindruck der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt: Kalt - und das nicht nur vom Wetter her. Plattenbauten, z. T. leerstehend, breite Straßen, auf denen - zumindest an diesem Sonntag - nicht viel los war und geschlossene Restaurants (Sonntags Ruhetag??? Hallo?!?).

Der erste erfreuliche Anblick ...
Aber dann kam die Grüne Zitadelle von Friedensreich Hundertwasser - und der Magdeburger Dom - und unsere geliebte Elbe - und das Kloster Unser Lieben Frauen - und die neu gebauten Häuser, die in dieser Gegend alles umschließen. Das war dann doch ausgesprochen schön! Zudem sahen wir noch den Faunbrunnen und warfen am Ende einen Blick auf den Alten Markt mit dem Magdeburger Reiter und altem sowie neuem Rathaus.

Meine Fotos sind zum größten Teil gelungen und vermitteln glaube ich einen ziemlich guten Eindruck unseres Ausflugs. Aus diesem Grund hau' ich jetzt auch mal einen grooooßen Berg davon in diesen Beitrag rein - bittesehr:

Der Faunbrunnen - hier gibt's viel zu gucken!


Der Magdeburger Dom und ein Stück von der Berliner Mauer

Ein paar Impressionen des Doms von innen

Noch einmal Mageburger Dom - vom Kreuzgang aus gesehen


Und noch eine Ansicht des Doms ... :) vom Domplatz aus fotografiert.

Ein wenig Kloster Unser Lieben Frauen und eine Prise Alter Markt



Die Grüne Zitadelle von Friedensreich Hundertwasser ...

... und "anne Elbe"

Zu Essen gab's übrigens lecker Italienisch und wir hatten insgesamt einen sehr schönen Tag. Mit viel Sonne. Aber kalt war es doch!


Ach ja, mein Outfit ... - der Mantel ist von SAMOON by Gerry Weber, das Tuch von ZARA, die Hose von Yessica (C&A) und die Stiefeletten von A.S.98. Was ich unter dem Mantel anhatte, weiß ich nicht mehr, aber man sieht's ja eh nicht. :)

Sonntag, 25. Oktober 2015

Ge... rückblickt KW 43 2015

Gesucht ... hatte ich am Montag nach Zeitschriften, denen ein "Goodie" beiliegt. Als "Nur-in-Wartezimmern-Zeitschriftenleser" kannte ich das bis dato nur von Kinderzeitschriften, war aber im Internet irgendwo über diesen Tipp gestolpert. In 5 verschiedenen Läden war ich, wurde am Ende in der Bahnhofsbuchhandlung fündig und entschied mich für die Novemberausgaben der "MAXI" inklusive Sally Hansen-Nagellack (Schnapper für zusammen 2,70 Euro) und die der "GLAMOUR" für 2,20 Euro inklusive Mini-Lippenstift von Chanel - alles in knalligem Rot. Tragen werde ich selbst aber wohl nur den Nagellack. Im Gesicht habe ich die Farbe Knallrot doch nicht so gern, glaube ich ... - na, mal gucken.

Gesaugt ... hat der Mann in dieser Woche unser Wohnzimmer mittels geliehenem Waschsauger vom Drogeriemarkt. Da uns dieser Raum dann aufgrund der Trocknungszeit an einem Abend nicht zur Verfügung stand, haben wir seit langem tatsächlich mal wieder ...

... gespielt! Ein Würfelspiel namens Qwixx. Der Sohn war gerade zu Besuch, und wir spielten 3 Runden. Die erste völlig falsch, da ich vergessen hatte, die 1. Seite der Anleitung zu lesen. Runde 2 gewann ich klar und die 3. verlor ich ebenso eindeutig. Spaß hat's gemacht!


Gefreut ... habe ich mich außerdem total auf und über mein erstes Treffen mit Mitbloggerin Fran, auf die ich bereits mächtig gespannt gewesen war, als sie nur als Leserin bei mir kommentierte. Nun bloggt sie seit einiger Zeit selbst - lest Ihr hier: Fran-tastic! 

Nieselregen, Dunkelheit und unser stundenlanges Gequassel haben uns leider vom Selfie-Knipsen abgehalten. Macht nix - müssen wir uns halt nochmal treffen!

Gestresst ... war ich auch kolossal. Tägliche Termine und das in dieser Woche wieder einmal überreichliche Arbeitsaufkommen im Beruf trugen ihren Teil dazu bei.

Gyrosauflauf mit Nudeln, Zucchini, vielen Zwiebeln und Käse
Gekocht ... habe ich einen schmackhaften Gyrosauflauf mit Hollandaise sowie einen fantastischen und schokoladig-marzipanigen Rührkuchen ...

... gebacken. 

Fotogen isser nicht so, der Kuchen, aber seeeeehr lecker!


Gelesen ... habe ich dafür in dieser Woche privat im Internetz wieder einmal viel zu wenig bzw. im Grunde fast gar nichts. Von stundenlanger Bildschirmarbeit (die ich schließlich schon den kompletten Arbeitstag hindurch praktiziere) tun mir irgendwann die Augen weh und dann geht einfach nichts mehr.

Somit habe ich leider, leider, leider auch weder bei der großartigen Oktober-Aktion meiner lieben Ü30-Bloggerinnen "ü30 Blog Hop - We love Jeans!" mitgemacht, noch (Schande über mein Haupt!) bisher sonderlich viele Beiträge davon gelesen. Die Beiträge jedoch, die ich mir angeschaut hatte, waren zum größten Teil echt fesselnd. Und ich liebe Jeans! Ach menno ...

Gunda im Jeans-Outfit - die Fotos sind vom Juni diesen Jahres.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Aufreger der Woche

Über DHL kann man sich in vielerlei Hinsicht ziemlich gut aufregen, durfte ich bereits des Öfteren feststellen - vor allem beruflich. Jetzt hat es mich mal privat getroffen:

Da kann der hiesige Zusteller ein Paket an mich nicht zustellen und fragt mal bei den Nachbarn, ob sie es für mich annehmen. So weit so gut.

Nur leider sagt mir niemand Bescheid! Kein Kärtchen im Briefkasten mit "Wir haben Sie nicht angetroffen, Sendung wurde bei Nachbar XY hinterlegt" - nichts dergleichen. :(

Ich warte also und warte, und nachdem ich nun die Rechnung für meine noch nicht erhaltene Ware in den Händen hielt, bemühte ich die Sendungsverfolgung - glücklicherweise gibt es bei DHL eine! Und siehe da:
  • Zustellung bereits vor 3 Tagen.
  • An einen Herrn mir unbekannten Namens.
  • Leider ist keine Adresse dabei.
  • Ich nur so: "HÄ?????"
Da Google sich bereits häufig als Freund erwiesen hat, Freund Google also nach diesem Namen befragt und tatsächlich unter den Ergebnissen der Bildersuche ein Gesicht entdeckt, welches ich schon mal bei uns in der Nachbarschaft gesehen habe. Also hin und das Türschild inspiziert - Treffer!

Jetzt halte ich nicht nur mein Paket in den Händen, sondern bin zudem über Namen, Alter sowie Beruf dieses Nachbarn informiert. :) Er besitzt nämlich 'ne Web-Site.
Danke, Google. Und wie gut, dass der dämliche Zusteller das Paket ausgerechnet dort abgegeben hat, denn ich bin ziemlich sicher, dass ich die wenigsten unserer sonstigen Nachbarn im Internetz gefunden hätte!

P.S.: Natürlich kenne ich die Namen einiger Nachbarn, aber nicht vieler, tatsächlich.

P.P.S: Was drin war im Paket?? Sechs jeweils um fast 50% reduzierte Strumpfhosen-Schnapper meiner Lieblingsmarke "Crönert". Hatte im Sale einfach fast alles eingepackt, was noch da war. Werden schon zu irgendwas passen. Ich freu' mich. :)


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Nett sein oder lieber doch nicht?

Als ich den Beitrag "I'm the bad girl" auf dem Blog "Dressed with Soul" las, brachte mich das direkt ins Grübeln. Vielen Dank für die Inspiration, liebe Rena!

Rena schreibt, sie habe für sich den Anspruch, jeden Tag möglichst nett zu sein oder zumindest täglich etwas Gutes zu tun und sie meint, dass es oft einfacher zu sein scheint, "zu allem Ja und Amen zu sagen, als nachhaltig die eigene Meinung zu vertreten und dafür einzustehen".

Hm ... - ehrlich gesagt, habe ich Ersteres für mich nie wirklich als "Anspruch" empfunden oder auch über einen solchen Zusammenhänge nachgedacht.

Ich sehe mich selbst in erster Linie als hochgradig authentische Person, die "Nettsein" und Harmonie zwar ausgesprochen liebt, aber ihr Umfeld auch sehr kritisch sieht und keine Lust hat, durch Zurückhaltung und Konfliktvermeidung "die Dumme" zu sein. Somit passe ich mich in der Regel meinem Umfeld mehr oder weniger an. Was im Umkehrschluss - zumindest hier in Deutschland - leider auch dazu führt, dass man mir meine Liebe zur Harmonie nicht gerade an der Nasenspitze ansieht - im Gegenteil. ;)


(Durch einen Klick auf die Bilder werden sie - wie immer - vergrößert dargestellt!)

Sind die Menschen um mich herum nett und zurückhaltend (wie es mir nämlich gerade quasi vollumfänglich in der Gesellschaft Japans begegnet ist - ja, so etwas gibt es und ich finde es großartig!!!), bin ich das auch und freue mich, dass Freundlichkeit, Höflichkeit sowie das Einhalten von Regeln (!!) so wunderbar funktionieren können. Fährt mein Umfeld allerdings eher die Ellenbogen aus, versucht, jemanden zu übervorteilen oder zickt herum, schubse ich auch mal zurück oder verkünde ggf. klar, was ich davon halte. 

Da ich zwar nicht konfliktscheu bin, aber dennoch Streitigkeiten sehr gern aus dem Weg gehe, habe ich mir in den letzten Jahren zudem angewöhnt, Menschen, deren Charakter/Verhalten mir nicht zusagt sowie unangenehme Konfrontationen nach Möglichkeit zu meiden. Tue ich dies nicht, habe ich anschließend nämlich meist einen Gesprächspartner weniger. Mein Temperament kann recht - sagen wir "ausgeprägt" sein und Diplomatie ist nicht eben meine Stärke.

Zunächst einmal gehe ich jedoch immer freundlich auf die Menschen zu. Ich freue mich ja auch, wenn jemand nett zu mir ist und schon das überraschende Lächeln eines fremden Menschen kann einen (mich zumindest) für einen Moment glücklicher machen.


Seltsam sind dann aber Erfahrungen wie z. B. mit Leuten aus unserer Straße. Die stehen zu zweit in ihrer Einfahrt, ich komme vorbei, strahle sie an und sage nett Guten Tag. Ihre Reaktion: Verständnisloser Blick zu mir - kein Lächeln, nix.
Beim nächsten Mal das Gleiche und selbst beim dritten Aufeinandertreffen kommt kein Gruß zurück. - Spätestens dann habe ich auch keine Lust mehr und Lächeln sowie Grüßen eingestellt.

Schal: VILA
Pulli: MEXX
Hose: Kookai
Sneakers: ASH (HIER hatte ich ausführlich über sie berichtet!)
Tasche: Remonte Dorndorf

"Gutes" tue ich besonders gern unaufgefordert und meistens im Kleinen. Zum Beispiel beim Abwaschen mit Abtrocknen einsteigen, jemandem etwas hinterhertragen/wegräumen, bei der Internet-Recherche oder beim Suchen von irgendetwas anderem helfen, Heruntergefallenes zurückstellen oder so. Bessere Beispiele fallen mir gerade nicht ein.

Aber auch hier kann Nettigkeit schon mal nach hinten losgehen. Während ich mich über Hilfe/Teamwork freuen würde, versteht mein Herr Gemahl das auch schon mal falsch und es kommt ein genervtes "Willst Du das machen? Dann bitte!" :(
Menschen ticken halt unterschiedlich.

Eine Aussage à la "Fürs Nettsein werde ich nicht bezahlt" finde ich übrigens ganz furchtbar und noch schlimmer den Spruch "Nett ist der kleine Bruder von Schei..e".
Keine Leistung ohne Gegenleistung? Auch eine sehr "unnette" Einstellung!
Ich halte es da eher mit der goldenen Regel der Ethik:

„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“
oder auch:
„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

Was das ganze Thema mit "braven Mädchen" zu tun hat, erschloss sich mir übrigens gar nicht ...

Samstag, 10. Oktober 2015

Bissiges Koralle

Mensch, was hab' ich mich über Eure überraschend vielen Dankesworte zu meinem/meinen Japanbericht/en gefreut! Diese Dankeschöns gebe ich mal ganz ❤-lich zurück - für's Lesen meiner manchmal doch recht ausführlichen Texte. - Ich hatte auch echt ziemlich lange daran herumgefeilt und mir viel Mühe gegeben, insofern freut mich Eure positive Reaktion besonders! :)

Jacke im Jeans-Look: BONITA
Ringelshirt: BONITA
Rock: Yessica (C&A) 
  Strumpfhose: No Name
Keil-Bootie: Görtz
 
Da aber eben doch nicht alle meine Blog-Besucher mit Japan, der Reise und/oder den dazugehörigen Berichten etwas anfangen können, hier zur Abwechslung mal wieder ein kleiner Outfit-Post. Beim Stöbern in älteren Fotos entdeckte ich nämlich diese hier - bisher unveröffentlicht (höhö, klingt fast ein bisschen nach Promi :) ), allerdings schon 4 Monate alt.

Ich fand, dass so'n koralliger Farbklecks jetzt mal passen würde.

Nur passt er leider so überhaupt nicht in das nach Eröffnung meines Blogs vor eineinhalb Jahren soeben erstmals und schwitzend ("Oh mein Gott - sehen das jetzt schon alle? Krieg' ich das überhaupt hin? Wie zum Henker ändere ich den Header? Ich weiß nie, wie man bei Blogger etwas rückgängig macht. Aaaaargh!") von bräunlichem Orange auf Pinktöne geänderte Blogdesign, aber darauf kann ich bei meiner großen Liebe zu Farben aller Art inklusive eben auch der entsprechenden Kleiderfarben-Vielfalt leider keine Rücksicht nehmen. :)


Allerdings muss ich mal wieder selbstkritisch feststellen, dass mir Keilabsätze an mir nicht so wahnsinnig gut gefallen. Und wie kriegt man bitteschön diese ganzen Falten aus meinem (übrigens ältesten kurzen) Rock? Bügeln bei Kunstleder ist ja wohl nicht ...

Jetzt spring' ich noch mal fix zur schon viel länger als ich pinken Tina von Tinaspinkfriday und ihrem aktuellen OOTD rüber und wünsche Euch einen wunderfeinen Sonntag! Das Wetter soll ja kalt, aber trotzdem hübsch sonnig werden. Was zieht man da bloß an ...?

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Japan - ein bisschen Mode, ein bisschen Wetter

Alles Geschmackssache ...
Wirklich begeistert hat mich kürzlich in meinem Japanurlaub, dass japanische junge Frauen überdurchschnittlich hübsch sind. Sehr, sehr viele sind es zumindest - meiner persönlichen Meinung nach.
Überdies haben die meisten Mädels eine kleine, zarte bis sogar dünne Statur und somit steht ihnen - zumal bei den Einkaufsmöglichkeiten einer Großstadt wie Ōsaka - eine grooooße Auswahl an Kleidung zur Verfügung. Nach meiner Beobachtung sind dort in diesem Jahr karierte Hemdblusenkleider ganz besonders "in". Viele tragen sie offen, z. B. mit Shorts oder Jeans darunter. Sehr gern wird dazu ein Hut auf den Kopf gesetzt und an die Füße kommen Sneakers oder auch andere Schuhe mit Plateau.

Na, wenn das mal kein Plateau ist ...!
Allerdings tragen unglaublich viele Japanerinnen auch High Heels - mit oder ohne Plateau - auch mal mehr und mal weniger gekonnt, aber auf jeden Fall möglichst high - und erwählen diese ggf. sogar zum touristischen Sightseeing in etwas unwegsamem Gelände. Mir ist es ein Rätsel, warum sich soooo viele diese Qual - insbesondere für längeres Laufen - antun.

Andererseits: Mögen sie in Extremform bei manchen Trägerinnen auch wie ein Klotz am Bein Fuß aussehen, lassen High Heels natürlich die Beine und somit das ganze Mädel länger wirken, und Japanerinnen sind ja von Natur aus nicht sonderlich groß gewachsen. Außerdem fährt der größte Teil der Männerwelt auf High Heels ab, insofern ist es mir eigentlich doch nicht wirklich ein so großes Rätsel. ;)

Individuelle Schal-Deko in für Japan auch typischem eleganten Beige - kontrastierend dazu bonbonfarbene Unterwäsche und ganz viel Schmuck (mit Klick aufs Bild wird es größer).

Viele Japanerinnen tragen auch gern mit englischem Text bedruckte Shirts. Für meinen Geschmack waren diese allerdings allesamt eher unspannend. Wir vermuteten jedoch, dass manch eine Trägerin gar nicht genau weiß, WAS genau auf ihrem Shirt steht - oder dass ihr Mut für einen anspruchsvolleren Text möglicherweise nicht ausgereicht hatte, denn der englischen Sprache mächtig waren wirklich nicht viele der Japaner, die uns über den Weg liefen.

Haarbänder und Haarschleifen - nur eine kleine Auswahl ... kawaii ...
Ansonsten scheint so ziemlich alles möglich: 
Avantgardistische, echt coole Mode, auch total ausgeflippte, verrückte Kombinationen (im Zentrum von Ōsaka geht wirklich so einiges!), ultrakurze Röckchen + Heels, niedliche, mädchenhafte Kleider, zu denen unbedingt Haarbänder, -schleifen, -blumen und Ähnliches getragen werden müssen (gern plus kleine Söckchen), auch "normale" Jeans-Looks gibt es, und natürlich sieht man in Japan viele Schuluniformen. Nahezu sämtliche Looks werden jedoch mit ziemlich starkem Make-Up kombiniert und in 99% aller Fälle mit Handtasche oder Rucksack. Ohne Tasche zieht praktisch kein weibliches Wesen los.

Schaufensterpuppen ... offenbar eher unmotiviert ... ;)
Leider, leider, leider habe ich nicht ein Foto einer außergewöhnlich gekleideten Japanerin mitgebracht. Einige Verkäuferinnen in Modeläden waren wirklich SEHR speziell angezogen (teilweise auch richtig gut, aber weiß Gott nicht immer ;) ) und auch auf der Straße sah ich einige spannend gestylte Personen, aber ich hab' mich nicht getraut, die Kamera draufzuhalten und Fragen ging in Ermangelung von Japanisch-Kenntnissen ja leider auch nicht. Schade.

Dafür hab' ich in Kyōto jede Menge Kimono-Trägerinnen gesehen. Hier gibt es viele Geschäfte, die Kimonos auch vermieten, und viele Japanerinnen tragen ihren Kimono in dieser altehrwürdigen Stadt besonders gern, erzählte mein Sohn.

Da zuvor schon manche Japanerin den großen blonden Europäer um ein Foto gebeten hatte, haben wir diese 4 Kimono-Trägerinnen dann auch einfach mal gefragt, ob sie sich mit ihm ablichten lassen. :)
Und ich habe mit meiner Kamera diese ältere Dame in modischen Sneakers "erwischt" - ist sie nicht einfach zauberhaft? :)

Um sich von der Masse abzuheben und weil vielen das europäische Aussehen gefällt, färben sich eine Menge Japaner übrigens die schwarzen Haare braun (chapatsu) oder gar blond bis hin zu bunt und mein Sohn meinte, nirgends gäbe es einen so großen Markt für farbige Kontaktlinsen wie in Japan. Aber auch hier habe ich keine eigenen Bild-Beispiele - tut mir echt Leid. :(

Dafür noch ein bisschen Informationsmaterial:

In Japan gilt gemeinhin immer noch blasse Haut als Schönheitsideal. Früher verband man mit dunkler Haut Armut, da nur einfache, draußen arbeitende Menschen braun waren. Wohlhabende Leute dagegen verbrachten die meiste Zeit inhäusig oder gingen nur mit Sonnenschirm nach draußen. So war der Klassenunterschied deutlich zu sehen.

In vielen Gegenden Japans ist eine helle Haut immer noch ein Zeichen von Wohlstand. Frau brät nicht in der Sonne und sehr viele laufen - natürlich auch aus Hitze- oder UV-Schutz-Gründen - mit Sonnenschirmen und langen Ärmeln herum.

Ich kam mir schon mit meinem ärmellosen Top ein wenig exotisch vor. 

Japanerinnen tragen so etwas offenbar ebenso selten wie Sonnenbrillen, was mich dann noch mehr verwunderte! Lieber schützen sie Augen + Gesicht mit einer breiten Hutkrempe oder besagtem Sonnenschirm. Ältere Japanerinnen tragen auch sehr häufig ein Sonnencap (Sonnenschild / Visor) - etwas , die ich mir auch fast selbst gekauft hätte. Viele tragen zudem eine Mundschutzmaske, die so gleich mindestens 2 Funktionen erfüllt (Viren- plus Sonnenschutz in einem) und manche (wenige) verhüllen sich praktisch komplett mit Mundschutz, Tüchern, langen Armstulpen und Co., was doch ziemlich seltsam aussieht.

Übrigens herrschen in Japan im Sommer ja ausgesprochen häufig Temperaturen um die 35 Grad, so dass wirklich so gut wie alle Gebäude und Bahnen über Klimaanlagen verfügen. Neben den bereits HIER erwähnten, an praktisch jeder Ecke vorhandenen Getränkeautomaten eine feine Sache.

Ein Teil des Klimaanlagen-Angebots in einem Elektromarkt
Ventilator (im Dauerbetrieb) in einer Bahn

Es gibt einfach überall etwas zu trinken. Im Hintergrund ein traditionell japanisches Haus.
Abschließend hab' ich noch ein top-modisches Selfie für Euch :) - in japanischen Hotels liegt für den Gast nämlich neben Kosmetikartikeln, Zahnbürste und Pantoffeln freundlicherweise auch noch hoteleigene Nachtwäsche bereit, jawohl. Muss ich Euch zeigen:


Die leichte Unschärfe und das gedeckte Licht sind selbstverständlich beabsichtigt. Und damit es nicht gar so schlimm endet:

Natürlich dürfen die klassischen Designer mit ihren Geschäften in einer japanischen Großstadt nicht fehlen und es finden sich viele große Namen dort, deren Produkte allesamt nicht in meine Gehaltsklasse passen und deren Geschäfte ich somit auch noch nie betreten habe. Ich konnte auch nicht wirklich viel gucken, denn der Sohn war alles andere als interessiert an diesen Läden. Den Schaufenster-Stil von DOLCE & GABBANA fand ich aber zum Beispiel durchaus ziemlich cool.

Die pinkfarbene Fransen-Tasche unten links von Samantha Tavasa hätt' ich ja gerne mitgenommen.

Samstag, 3. Oktober 2015

Japan - Izakaya und Karaoke

Mein Japanurlaub im September ... - was hatte ich im Vorwege für eine Angst vor dem Flug, vor der fremden Kultur, vor dem fremden Essen und überhaupt. Im Nachhinein betrachtet war das lange Fliegen wirklich nicht schön, aber alles andere überhaupt kein Problem - im Gegenteil! :)

Okay, ohne einen Begleiter, der zumindest etwas Japanisch spricht und sich ein bisschen mit den Gepflogenheiten des Landes auskennt, wäre es vermutlich eine mittlere Katastrophe geworden, denn die meisten Japaner sprechen wirklich kein Englisch bzw. wenn, dann habe sie meist trotzdem nicht verstanden. ;)

Aber diese Sorge hatte ich ja nicht (die Zusammenhänge erklärte ich bereits HIER), ich konnte mich einfach locker an die Fersen meines Sohnes heften und darauf vertrauen, dass schon alles laufen würde.

Seine Freundin holte uns vom Flughafen Kansai ab und die ersten 3 Nächte verbrachten wir in genau dem Youth Hostel der Präfektur Ōsaka, in welchem mein Sohn 2013/14 sein freiwilliges soziales Jahr abgeleistet und in dem er auch gewohnt hatte. So war es für ihn quasi ein "Nach-Hause-kommen" und auch auf mich übertrug sich dieses Gefühl nach kurzer Zeit.

oben links: Das Hostel mitten im Hamadera Park, in dem sich auch täglich viele Menschen zu sportlichen Aktivitäten zusammenfinden (Frühsport einer älteren Gruppe unten links)
Für unseren 2. Abend war dann auch schon eine Verabredung zum Karaoke-Singen mit ehemaligen Kollegen anberaumt worden. Vorher gehen Japaner gern ins Izakaya - eine traditionell japanische Kneipe, die in kleine, private Bereiche unterteilt ist. Dort bekommt man einen Platz zugewiesen und - das war vollkommen neu für mich - man zieht seine Schuhe aus bevor man den erhöhten Boden betritt! Es stehen Pantoffeln zur Verfügung und Fächer, in denen man seine Straßenschuhe verstauen kann.

Das Schuhe ausziehen ist in Japan ohnehin total verbreitet und vollkommen normal, ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo manche Mitmenschen schon pikiert reagieren, wenn sie gebeten werden, in einer Privatwohnung ihre Straßenschuhe, mit denen sie soeben noch durch Regenmatsch gelaufen sind, auszuziehen.

In Japan hingegen entledigt man sich seiner Straßenschuhe nicht nur in Privatwohnungen, sondern auch in Hotels, Tempeln, Schlössern und ähnlichen Sehenswürdigkeiten. Selbst in Umkleidekabinen wird dieses Verhalten z. T. erwartet. Ich selbst war in keiner, aber man soll es wohl daran erkennen, dass die Umkleidekabine mit Teppich ausgelegt ist und eine kleine Stufe vorhanden ist. Für Toiletten stehen noch einmal separate Toiletten-Pantoffeln bereit, mit denen man aber auf keinen Fall danach auch außerhalb der Toiletten herumlaufen sollte.

Ich fand es auf jeden Fall ziemlich lustig, auf Socken laufend und zusammen mit vielen anderen "besockten" Touristen - alle eine Tüte mit den eigenen Schuhen sowie eine mit dem nassen Regenschirm (ja, dafür gibt es extra Überzieher) bei sich tragend - ein altehrwürdiges japanisches Schloss zu besichtigen.

So bleibt alles schön sauber - und auch der Regenschirm tropft nix nass. :)
Zurück zu unserem geselligen Abend: 

Der Tisch, an dem wir platziert wurden, war auch ganz anders als hier in Deutschland, nämlich ausgesprochen niedrig. Als ich ihn sah, fürchtete ich schon um meine alten Knochen (längere Zeit auf dem Fußboden sitzen, knien oder hocken liegt mir nämlich überhaupt nicht), aber es befand sich ein "Hohlraum" unter dem Tisch, also alles ganz normal, nur eben "tiefer gelegt".

Unsere kleine deutsch-japanische Runde im Izakaya in Ōsaka
Vor dem Essen bekommt man in Japan meist ein feuchtes, oft warmes Tuch gereicht, welches zur Handreinigung eben vor dem Essen (!) dient und während des Essens auch als Serviette benutzt werden kann. Anschließend werden aus einem riesigen "Speiseposter" Getränke sowie unterschiedliche kleine Gerichte ausgewählt und über einen mit der Bedienung verbundenen kleinen Computer bestellt. Die Speisen werden dann auf dem Tisch ver- und von den Gästen geteilt. Das war toll - so konnte ich vieles probieren!

Sushi mag ich ja gern - die meisten anderen Speisen auch, nur rohe Garnelen, Fisch mit Fischeiern drin oder nicht gebratenen Tofu darf gern jemand anderes essen ...
Karaoke ... 

... erfreut sich in Japan nach wie vor großer Beliebtheit, insbesondere nach Feierabend mit den Kollegen zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Überall gibt es Karaoke-Bars, in denen man dann für eine bestimmte Zeit eine Kabine anmietet, worin sich eine Gesangsanlage mit mindestens 2 Mikrofonen, ein Auswahlcomputer, Tisch und Bänke befinden. Im Auswahlcomputer kann man nach "Artists", Songs in unterschiedlichen Sprachen oder "New in" suchen - sogar 2 deutsche Lieder habe ich entdeckt: "Moskau" und "Dschingis Khan" von der gleichnamigen Gruppe. ;)

Dann gibt jeder reihum ein, was er so singen möchte und los geht's. Sänger und Zuschauer hören das Playback, auf dem Bildschirm erscheint ein Video mit dem abzulesenden Text, bei welchem die gerade zu singende Textstelle zur Orientierung farbig markiert wird und man trällert in sein Mikrofon - gern auch mal im Duett. Das geht abwechselnd so weiter bis die Zeit um ist.

Glaubt mir: Die anfängliche Schüchternheit schwindet sehr schnell. :)

Es hat wirklich Spaß gemacht. So viel Spaß, dass wir am nächsten Abend in kleinerer Besetzung noch einmal zum Karaoke singen losgezogen sind (mit 6-7 Leuten ist es jedoch lustiger als zu viert). Diese Art Freizeitbeschäftigung dürfte es für meinen Geschmack auch bei uns in Deutschland gern häufiger geben. :)

Ein ehemaliger Kollege meines Sohnes sang übrigens ein Lied, welches mir auf Anhieb total gefallen hat. Meine Recherche ergab, dass es vor über 20 Jahren mal ein großer Hit in Japan war - zu Recht. Eine seeeehr schöne Ballade! Hier ist sie für Euch: