Dienstag, 23. September 2014

Macht Übung den Meister?

Das war sie also, meine erste Zumba-Stunde, und wir sollten alle gaaaanz viel Spaß haben, sagte die Kursleiterin. Wir waren etwa zu zwölft, wovon eine ehemalige Tänzerin dabei war und zwei Frauen, die schon mal Zumbaluft geschnuppert hatten, aber der Rest bestand eigentlich aus Frauen im unteren mittleren bis wirklich mittleren Alter, die in ihrem Leben vorwiegend Bürotätigkeiten ausüben, zum Großteil 2 Kinder haben (witziger Zufall), noch nie Zumba gemacht hatten und sich unbedingt etwas mehr bewegen möchten als bisher. Die Voraussetzungen waren also nicht allzu schlecht für mich, es hätte alles auch schlimmer kommen können, dachte ich noch. Bis alles begann. "Es ist eigentlich ganz einfach" sagte die Kursleiterin, "Ihr müsst auch nicht alles genau so machen wie ich - macht einfach irgendwas!" und immer wieder die Rede von total viel Spaß. Juchhu.

Offenbar besteht Zumba in erster Linie aus diesem lateinamerikanischen Hüftschwung, den ich im Fernsehen schon häufig bei sexy Tänzerinnen und heute auch an unserer durchtrainierten Kursleiterin gesehen habe. Aber WIE bitteschön macht man den?

WIE isoliert man Hüften und Po vom restlichen Körper und lässt alles lustig hin- und herwackeln, und wieso geht die Trainerin eines Anfängerkurses davon aus, dass jeder weiß, wie Samba- oder Salsa-Schnitte gehen? Ihre "Anleitungen" klangen zwar so, als sollten wir gar nicht denken, sondern einfach nur machen und uns dabei freuen, aber wenn das doch dann so gar keine Ähnlichkeit mit dem hat, was sie vorne tut, muss eigentlich irgendwas falsch sein.

WENN sie überhaupt mal etwas erklärte (meist tanzte sie einfach fröhlich herum) und ich versuchte, es nachzumachen, kam ein paar Takte später SOFORT etwas anderes, so dass ich im Grunde gar nichts auf die Reihe gekriegt habe. Es wurden keine Schritte eingeübt, sondern direkt 'ne Choreographie vor- bzw. durchgetanzt. Und immer mit besagtem Po-Gewackel. Das einzige, was tatsächlich richtig erklärt und geübt wurde, war ausgerechnet, dass alle Teilnehmerinnen sich in einer Reihe hintereinander aufstellen und mehrfach - ähnlich wie Usain Bolt in seiner typischen Siegerhaltung (HIER) - nach rechts und links posen sollten. Seltsam, aber unkompliziert. Danach kam gleich wieder - ohne besondere Erläuterung - Tanzen nach rechts, links, vorne, hinten, High Five, Drehen, Arme hoch, Arme runter und irgendwann stand ich nur noch da und hab' gar nichts mehr verstanden und mich auch nicht mehr angemessen gefreut.

Das Ende vom Lied? Ja doch, ich gehe noch mal hin (habe ein wenig gegoogelt: Chaotische erste Stunden mit dem Gefühl von Überforderung sind beim Zumba anscheinend die Regel, und gelernt habe ich außerdem, dass jedem Teil eines Liedes bestimmte Bewegungen gewidmet und ständig wiederholt werden - DAS MUSS ALSO SO mit den Choreographien!), aber ich werde mich möglichst in die allerletzte Reihe in eine Ecke verkrümeln und mir vor allem ganz viel Mühe geben, meine Klappe zu halten, denn ratet, wer heute ab ca. Minute 15 als einzige durch Bitten nach langsamer Erklärung von Schrittfolgen, dem Hüftwackeln etc. und sonstigem Gemaule mindestens den Spaßfaktor der Kursleiterin vermutlich deutlich verringert hat? Ja, genau ...
 

Kommentare:

  1. Hihi, du schaffst das,,, Es geht wirklich jedes Mal besser und auch deine Trainerin hat es irgendwann lernen müssen. Ich sag ja, diese Bewegungsabläufe sind uns erstmal fremd, aber wir sind ja alle lernfähig, stimmt's? Und außerdem, Gunda, um den Bogen zu schließen, du hattest heute bestimmt warme Füße, und das ist doch die Hauptsache!
    LG Eva

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  2. Selbst wenn man jahrelang Stephan...äh Step Aerobic, Aerobic, Latin Dance macht und die Schritte kennt.... ist Zumba völlig anders.
    Ich mag es wenn die Schrittfolge vorgezeigt und aufgebaut wird. Außerdem ist finde ich bei unserem Zumba die Stunde nur langweilig. Weil eben bei jedem Stück immer das gleiche getanzt wird. Zum Zumba gehe ich nur, wenn gar nichts anderes geht....
    LG und viel Spaß
    Sunny

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  3. Antworten
    1. liebe gunda,
      man sollte niemals morgens müde und in der eile einen kommentar schreiben.
      :-))
      ich schreibe es nochmals.

      ich hoffe, dass du nicht aufgibst. isolieren, das ist schwer und um einen körperteil zu isolieren, d.h. unabhängig von einem anderen zu bewegen, das dauert im einfachsten falle 6 monate. es gibt natürlich auch solche, die
      das schneller können, ist aber eher nicht die regel.
      ich sage hier immer: "man muß das becken aushängen". das ist schwer zu erklären, das muß man fühlen und sehen. wenn man etwas orientalische tanzerfahrung hat und auch kondition ist zumba etwas leichter.
      schon alleine einen hüftschwung zu machen ist nicht einfach und vor allem sollte eure trainerin zeigen, wie man das macht und was m.meinung nach auch sehr wichtig ist, wenn sie das euch zeigt, dann müsst ihr die trainerin anfassen können z.b. am becken, denn nur so könnte ihr sehen, wie es geht.
      leider ziehen die meisten trainerinnen ihr programm straff durch und achten nicht auf den einzelnen.
      sunny hat allerdings auch recht, die bewegungsabläufe sind immer gleich.
      deshalb sollte es mit der zeit nicht so schwierig sein, sie zu beherrschen und man sollte nie vergessen, jemand der tanzerfahrung hat, ist hier klar im vorteil. viele tanzlehrerinnen gerade im orientalischen tanz gehen vermehrt
      dazu über sich als zumba instractor zu betätigen. was meiner meinung gar nicht so schlecht ist, denn es hat schon was damit zu tun.
      halte durch und zeig es, dass es klappt.
      vor allem trainiere etwas zuhause und such dir - es hilft wirklich - ein video bei youtube raus, bei dem beckenbewegungen zu sehen sind.

      vielleicht hilft das ein wenig.
      http://www.youtube.com/watch?v=eogn3DWEw_c
      lieben gruß eva

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    2. Hups - ich wusste gar nicht, dass man seinen eigenen Kommentar an anderer Stelle entfernen kann!?!

      Jaaaaa .... - orientalische Tanzerfahrung wäre sicher hilfreich. Überhaupt Tanzerfahrung. Und Kondition sicher auch, da hast Du Recht. Ich besitze leider nichts von alledem und mein kleiner Versuch, das Video nachzumachen ist an dem Teil gescheitert, wo die hübsche, gelenkige junge Frau die Füße zusammengestellt hat. *seufz*
      Aber ich werde es mir noch mal ansehen und vielleicht helfen tatsächlich Bauchtanz-Videos mehr als Zumba-Videos, denn die KANN ich nicht nachmachen! :( Habe auch keinen Platz hier zu Hause ...

      "6 Monate im einfachsten Fall" lassen mich im übrigen nicht gerade optimistisch in meine "Zumba-Zukunft" (haha) schauen ...

      Aber lieben Dank für Deine Worte, Eva! <3

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  4. Ich kann Dich beruhigen, das ist wirklich die Regel - mir und meinen Mitzumbanistas ging das damals auch allen so - ich habe mittlerweile wieder aufgehört, aber nur, weil ich einfach das größte Sportmuffel auf der Welt bin ;)

    LG aus der EDELFABRIK
    Chrissie

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  5. Ich selbst mache zwar kein Zumba, aber in meinem Fitnesscenter werden Kurse angeboten und ich habe von fast allen Erstbesuchern Ähnliches gehört! Aber nach ein paar Stunden hat man die Grundschritte "drinnen" und der Spaßfaktor wird immer höher :-) ... Hoffe, das tröstet Dich ein wenig bzw. motiviert zum Weitermachen! Wünsche Dir jedenfalls viel Durchhaltevermögen, aber noch viel mehr Spaß - denn das ist ja die Hauptsache :-) ... - Ganz liebe Grüße aus Wien,

    Katja

    www.collectedbykatja.com

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    1. Zumindest gibt mir das Hoffnung. Ein wenig. Ich bin aber oft anders als andere ... ;)

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  6. :-)))
    Ich habe sehr über deinen witzigen Artikel gelacht. Ich hoffe doch sehr, dass du weiterhin zum Zumba gehst und uns mit Einzelheiten aus der Stunde unterhälst. Bin gespannt, wie es sich zwischen dir und der sexy Zumba-Lehrerin weiterentwickelt:-))
    Liebe Grüße von Bianca

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    1. Ich fürchte, da gibt's nicht viel zu entwickeln, Bianca. :p

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  7. Hm, hm, hm. Ich war mal bei Latin Arobic, hab mich irre darauf gefreut und bin echt nicht ganz unbegabt, aber so ganz ohne Erklärung gehts selten. Es weht ja nicht durch den Heiligen Geist in meine Glieder:))) LG Sabina @Oceanblue Style

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  8. Ich finde es ganz klasse, dass Du überhaupt hingegangen bist und dann auch noch um Erklärungen gebeten hast. Wie soll man das sonst lernen? Nimm bitte unsere Leserinnenneugierde als Mit-Motivation, weiter hinzugehen. Wir wollen mehr Geschichten davon! Bestimmt!
    Bei Deinem ersten Beitrag dazu habe ich mich auch bei einigen Sachen wieder erkannt. Ich bin zwar gelenkig bis dorthinaus (hypermobil - wenn ich zum Arzt gehe und sage, ich kann mich nicht mehr bewegen, einmal Hals- und Brustwirbel wieder einrenken bitte, guckt der mich immer erst entsetzt an, dass ich mich noch so weit bewegen kann). Dafür habe ich Angst vor Bällen und mache die Augen zu, wenn einer auf mich fliegt und gehe beiseite oder in Schutzhaltung ... Sportunterricht war in der Schule also auch die Hölle für mich, den Werfen kann ich natürlich auch nicht und bei Sprungkraft weiß ich nur, wie man das schreibt ;)
    Motivierende Grüße sendet Dir
    Ines

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    1. Krass. Beneide ich total!
      Gelenkig bin ich null und war ich auch noch nie. Sprungkraft war beim Schul-Volleyball auch immer so'n Thema. Ich war der Meinung, echt hoch gesprungen zu sein, aber die Sportlehrerin meinte, es wären so ca. 3 cm vom Boden gewesen. Meh ...

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  9. hahaha, das hätte ich echt gerne sehen wollen! ich bin ja auch so ein tanzclown, was solche komplizierten sachen angeht. discofox bekomme ich noch hin, aber dann hörts auf :-D
    das nächse mal bitte mit bildern, liebe gunda!

    lg sonja

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    1. Wie soll ich das denn machen? Nicht nur stehen bleiben und maulig gucken, sondern auch noch knipsen? Die würden mich lynchen! Nix da.

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